Behandlung

Zur Diagnose nutz der Sportmediziner neben einer genauen körperlichen Untersuchung auch moderne Untersuchungsmethoden wie Ultraschall oder Kernspin. Diese Sehnenreizungen neigen dazu chronisch zu werden und verursachen dauerhafte Beschwerden. Extrem wichtig ist es deshalb diese frühzeitig zu erkennen und zu therapieren. Je weiter eine Reizung fortgeschritten ist, desto schwieriger gestaltet sich die Heilung.

Als erstes muss der Reiz, der für die Beschwerden verantwortlich ist, weitestgehend minimiert werden. Also sollte an die Stelle des Lauftrainings Radfahren oder Aquajogging treten. Auch spezielle Sporteinlagen können zur Entlastung beitragen. Was im Einzelfall sinnvoll ist muss ein Gespräch zwischen Arzt und Sportler geklärt werden.

Zu Beginn sollte die Sehne für zwei bis drei Tage mit milder Kälte behandelt werden, um den Schmerz zu unterdrücken.

Entzündungshemmende Salben und ggf. Tabletten (Antiphlogistika,
nichtsteroidale Antirheumatika) können zur Behandlung angewandt werden. Danach muss mit durchblutungsfördernden Maßnahmen die Selbstheilung des Gewebes unterstützt werden. Dazu zählen Wärmepackungen, Wechselbäder und sogenannte Eislolly-Behandlungen. In die gleiche Richtung zielen Physiotherapeutische Maßnahmen wie Querfriktionen, Ultraschall, Reizstrom und Laser.

Durch intensives Dehnen der Wadenmuskulatur und gezielte Krankengymnastik werden muskuläre Dysbalancen ausgeglichen. Eine Infiltrationsbehandlung des Gleitgewebes ist möglich, dazu sollten jedoch nur biologische Präparate verwendet werden. Nur bei einer akuten Entzündung ist eine Kortisontherapie zu empfehlen. Erfahrungsgemäß ist die Ruhigstellung der der Achillessehne wenig erfolgreich, jedoch kann eine Absatzerhöhung von 0,5 bis 1,5 cm die Sehne während der Behandlung entlasten.

Weitere konservative Behandlungsmethoden sind unter anderem Stoßwellentherapie, Röntgenreizbestrahlung, Akupunktur oder Neuraltherapie. Deren Nutzen muss im Einzelfall abgeklärt werden. Führen die konservativen Methoden zu keinem dauerhaften Erfolg kann auch die Möglichkeit einer Operation in Betracht gezogen werden. Dabei wird das chronisch gereizte Sehnengleitgewebe entfernt, oder auch der geschädigte Teil der Sehne selbst.

Wie wird ein Achillessehnenriss behandelt?

Es ist nicht unbedingt notwendig, dass ein Sehnenriss operiert wird. Studien haben gezeigt, dass auch eine Ruhigstellung des Beines zu akzeptablen Erfolgen führen kann. Dazu muss mehrere Wochen Tag und Nacht eine Ruhigstellungschiene getragen werden. Nach etwa 6 Wochen kann mit einem intensiven Physiotherapieprogramm begonnen werden die Wadenmuskulatur wieder aufzubauen. Nach weiteren 10-12 Wochen kann dann auch wieder mit dem Lauftraining auf ebenen Flächen begonnen werden.

Es hat sich aber ebenso gezeigt, dass das Risiko des Wiederauftretens eines Sehnenrisses bei einer konservativen Behandlung höher liegt als bei einer operativen Behandlung. Unterschiedlich nach Art der Nachbehandlung müssen 10-15 Prozent der Patienten mit einem erneuten Sehnenriss rechnen. Auch sieht man in den nicht operativen Fällen häufiger eine bleibende Schwäche des Fußabdruckes, was vor allem die Sportfähigkeit einschränkt.

Bei der operativen Behandlung wird die Sehne mit modernen Näh- und Klebematerialen wieder fest miteinander verbunden. Somit ist die Sehne auf früher wieder voll belastbar. In der Vergangenheit war nach dem Eingriff eine lange Gipsbehandlung und das Gehen an Krücken nötig. Das ist nicht mehr erforderlich. Stattdessen wird mit einem Spezialschuh nachbehandelt und der Patient kann nach wenigen Tagen das operierte Bein wieder belasten und mit einer Physio- oder Trainingstherapie beginnen. Durch eine solche frühfunktionelle Behandlung soll sich das Gewebe an die adäquate Behandlung anpassen und die Heilung beschleunigen. Der Vorteil für den Patienten ist, dass kein längerer Klinikaufenthalt notwendig ist und er schnell ins Berufsleben zurückkehren kann. Zudem sind die dadurch die allgemeinen OP-Risiken deutlich reduziert.

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